Es ist Juni. In Polen wissen alle Schulkinder – ausnahmslos alle –, was das bedeutet: Am Ende des Monats beginnen die Sommerferien. Und zwar für alle Schülerinnen und Schüler gleichzeitig. Nicht wie in Deutschland, wo man nie genau weiß, ob die Sommerferien in diesem Jahr im Juni, Juli oder sogar erst im August anfangen. In den meisten Bundesländern ist das jedes Jahr anders. Das hat mich immer verwirrt.
Ich bin ein Kind des Ostblocks, geprägt durch den Kommunismus. Nicht, dass ich ihn vermissen würde. Aber eine Sache fand ich als Kind großartig: die langen Sommerferien von Ende Juni bis zum 31. August. Fast neun Wochen. Meine berufstätigen Eltern waren darüber bestimmt nicht immer begeistert, aber sie haben jedes Jahr eine Lösung gefunden und uns in Sommercamps, Pfadfinderlager oder andere Ferienfreizeiten geschickt.
Daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Sommerferien für polnische Kinder dauern nach wie vor von Ende Juni bis Ende August. Sommer, Sonne, Freiheit. Zwei Monate lang keine Schule.
Ich habe mich immer gefragt, warum die Sommerferien in Deutschland in der Regel nur sechs Wochen dauern, während sie in Polen fast drei Wochen länger sind. Sowohl in Polen als auch in Deutschland haben die Schülerinnen und Schüler etwa 13, in Polen sogar bis zu 14 Wochen im Jahr schulfrei. Wie ist das möglich? – dachte ich.
Dann habe ich verglichen: Sommerferien gibt es in beiden Ländern, Herbstferien dagegen nur in Deutschland. Die Weihnachtsferien sind dort meist länger. In Polen gibt es dafür zwei Wochen Winterferien, die es in Deutschland nicht gibt. Die Osterferien dauern in Deutschland etwa zwei Wochen, in Polen dagegen nur wenige Tage. So kommt man am Ende auf eine ähnliche Zahl schulfreier Tage, die jedoch anders über das Jahr verteilt sind. Das ist das Geheimnis.
Spielplätze an den Autobahnen
Und wenn man von Sommerferien spricht, muss man auch an die Reisezeit denken. An lange Fahrten. Und an Staus auf den Autobahnen.
Und hier eine Quizfrage: Wohin fahren die meisten Polen, die im Ausland leben, in den Sommerferien? Natürlich in Richtung Heimat. Auch mich zieht es jedes Mal dorthin.
Bis man jedoch am Ziel angekommen ist, hört man von den Kindern oft stundenlang dieselbe Frage: „Wann sind wir endlich da?“ Deshalb sollte man sich vor der Fahrt überlegen, wo man unterwegs eine Pause einlegen kann.
Bisher habe ich mir immer eine ausgedruckte Routenkarte vom ADAC besorgt – ich bin Mitglied und bekomme sie kostenlos –, mit der man die Strecke gut verfolgen kann. Einmal habe ich auf einem Rastplatz beobachtet, wie bei einem Fahrer das Navi ausgefallen ist. Er stand ratlos da – ohne digitale Navigation und ohne Papierkarte. Seitdem fahre ich nie mehr ohne eine Karte los. Das Navi im Auto oder auf dem Handy ist großartig – solange es funktioniert.
Ich habe immer gehofft, dass auf den ADAC-Karten Spielplätze entlang der Route eingezeichnet sind. Pustekuchen. Auch die ADAC Maps weisen nicht darauf hin, vor allem nicht entlang der polnischen Autobahnen. Zwar kann man dort bequem eine Route planen und sich Rastplätze mit Tankstellen entlang der Strecke anzeigen lassen. Über die Detailoptionen kann man sogar gezielt nach Spielplätzen suchen. In Polen sucht man jedoch häufig vergeblich. Nicht, dass es dort keine gäbe – im Gegenteil. Viele Rastplätze sind hervorragend ausgestattet. Die Informationen fehlen lediglich bei ADAC Maps. Wie so oft scheint hinter der deutschen Ostgrenze noch immer gefühlt ein schwarzes Loch zu beginnen.
Deshalb empfehle ich bei der Suche nach Spielplätzen an den Autobahnen eher Google Maps. Dort kann man entlang der Route gezielt nach dem Schlagwort „MOP“ (Miejsce Obsługi Podróżnych) suchen, was auf Deutsch „Rastplatz“ bedeutet. Durch Rezensionen und Fotos kann man erkennen, ob dort Spielplätze vorhanden sind.
Am besten plant man seine Zwischenstopps an größeren Rastanlagen mit Orlen-, BP- oder Shell-Tankstellen. Dort gibt es meist gut ausgestattete Kinderspielplätze sowie gastronomische Angebote.
Gute Reise – Miłej podróży!