Wer an polnische Spezialitäten denkt, dem kommen meist Pierogi, Bigos oder Żurek in den Sinn. Dabei hat Polen auch für Naschkatzen einiges zu bieten. Auf einem Blog über polnische Themen darf deshalb natürlich auch ein Text über die beliebtesten Süßigkeiten nicht fehlen.
Zwar sind polnische Süßigkeiten international längst nicht so bekannt wie belgische Pralinen oder Schweizer Schokolade. Dennoch gibt es einige echte Klassiker, die man unbedingt probiert haben sollte.
Den Anfang macht „Ptasie Mleczko“ – eine luftige Schaumcreme, umhüllt von zarter Schokolade. Die kleinen rechteckigen Pralinen erinnern optisch ein wenig an deutsche Dominosteine, geschmacklich gehen sie jedoch in eine ganz andere Richtung. Der Name bedeutet übersetzt „Vogelmilch“. Erfunden wurde die Süßigkeit 1936 vom Warschauer Konditor Jan Wedel. Einer alten polnischen Redensart zufolge fehlt reichen Menschen zum vollkommenen Glück nur noch Vogelmilch. Mit seiner Erfindung machte Wedel diesen Wunsch gewissermaßen wahr.
Nicht weniger beliebt ist die „Śliwka Nałęczowska“ (Pflaume aus Nałęczów). Die Praline besteht aus einer getrockneten oder kandierten Pflaume, die von Kakaocreme umhüllt und vollständig mit dunkler Schokolade überzogen wird. Seit 1964 wird sie nach einer festen Rezeptur hergestellt. Die klassische Variante enthält keinen Alkohol und kann daher von der ganzen Familie genossen werden.
Auch „Jeżyki“, zu Deutsch „Igel“, gehören zu den polnischen Süßigkeiten mit Kultstatus. Hinter dem niedlichen Namen verbergen sich knusprige Kekse mit Karamell, Rosinen und Nüssen. Je nach Sorte sind sie mit Milch-, Zartbitter- oder weißer Schokolade überzogen. Die charakteristischen „Stacheln“ entstehen durch Reis-Crispies unter dem Schokoladenmantel.
Tierisch geht es weiter: „Krówka“, also „kleine Kuh“, heißt eines der beliebtesten Milchkaramellbonbons Polens. Das weiche, cremige Karamell wird aus Milch, Zucker und Butter hergestellt, langsam eingekocht und häufig mit Vanille verfeinert. Verpackt sind die Bonbons traditionell in Papier mit einem Kuhfleckenmuster – ein Markenzeichen, das sofort ins Auge fällt.
Auf keiner Liste polnischer Süßigkeiten darf außerdem „Prince Polo“ fehlen. Der knusprige Waffelriegel wird bereits seit 1955 produziert und besteht aus mehreren Waffelschichten mit Kakaocremefüllung, umhüllt von Milchschokolade. Ein Kassenschlager ist er nicht nur in Polen, sondern überraschenderweise auch in Island, wo er seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Süßigkeiten zählt. Inzwischen gibt es ihn in zahlreichen Varianten und Größen – vom kleinen schmalen Riegel bis zur XXL-Version.
Streng genommen ist „Kubuś“ gar keine Süßigkeit, sondern eine der bekanntesten polnischen Fruchtsaftmarken. Trotzdem gehört die Marke für viele einfach dazu. Die Getränke wurden ursprünglich für Kinder entwickelt und bestehen aus einer Mischung von Karottensaft und verschiedenen Früchten wie Apfel, Banane, Himbeere oder Pfirsich. Wer polnische Spezialitäten einkauft, landet deshalb fast automatisch mit einer Flasche Kubuś an der Kasse.
Läuft Ihnen schon das Wasser im Mund zusammen?

Dann gibt es noch eine gute Nachricht: Um all diese Leckereien zu probieren, müssen Sie längst nicht mehr nach Polen reisen. Viele der bekanntesten polnischen Süßigkeiten sind inzwischen auch in deutschen Supermärkten erhältlich. Und wer die größte Auswahl sucht, wird in den zahlreichen polnischen Lebensmittelgeschäften fündig, die es mittlerweile in fast jeder größeren deutschen Stadt gibt.
Smacznego – oder auf Deutsch: Guten Appetit!
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